Der panische
Der panische
Name
Igor Shalo
Ort
Dahab, Blue Hole
Datum
07. November 2011
Tiefe
150 Meter
Beschreibung
Am 7. November 2011 traf der erfahrene technische Taucher Igor Shalo am Blue Hole in Dahab ein. Sein 400. Tauchgang stand bevor, und zu diesem besonderen Anlass wollte er etwas Außergewöhnliches erleben — so tief wie nie zuvor abtauchen. Er hatte bereits Tauchgänge bis auf 106 Meter Tiefe unternommen, doch seine Erfahrung mit
Dekompressionstauchgängen war begrenzt. Diese Unerfahrenheit führte leider dazu, dass sein 400. Tauchgang auch sein letzter war. Trotz seiner umfangreichen Erfahrung als Taucher konnte er den extremen Anforderungen dieses Tauchgangs nicht gerecht werden, was tragischerweise zum Verlust seines Lebens führte.
Igor war Technischer Taucher. Das Technische Tauchen gehört wie das Sporttauchen zur Disziplin des Gerätetauchens, unterscheidet sich jedoch darin, dass ein anderes Gasgemisch und anspruchsvollere Ausrüstung verwendet wird. Dadurch wird es möglich, in größere Tiefen vorzudringen.
Beim Technischen und Tiefen Tauchen können nur Gasgemische eingesetzt werden, die aus Sauerstoff und einem oder mehreren Inertgasen mit geringer Dichte bestehen. Inertgase sind nicht-reaktive Gase, wie z. B. Stickstoff oder Helium. Diese dienen dazu, den Sauerstoffanteil zu regulieren und die Gefahr der Sauerstoffvergiftung und des Tiefenrausches zu minimieren. Im Gemisch muss immer ein Mindestanteil an Sauerstoff enthalten sein, damit die Körperzellen versorgt werden und die Summe muss 100% ergeben. Als geeignetes Beimischgas hat sich das Edelgas Helium erwiesen. Helium hat eine geringe Dichte und wird mit zunehmender Tiefe nicht giftig. Es wird in allen Gasgemischen für tiefe Tauchgänge als Hauptbestandteil zugemischt. Eines der gängigsten Gemische ist »Trimix«.
Trimix-Standardgemische des VDST (Verband Deutscher Sporttaucher e. V.).
Während des Gerätetauchens führt der hohe Druck dazu, dass Inertgase wie Stickstoff und Helium aus der Atemluft aufgenommen werden und sich im Körpergewebe lösen. Durch das Einhalten von Nullzeiten, maximalen Tauchzeiten auf bestimmten Tiefen, wird eine Aufsättigung verhindert. Die Gase werden durch das Abatmen und einen langsamen Aufstieg wieder abgebaut. Beim Technischen Tauchen wird länger und tiefer getaucht, daher müssen Dekompressionspausen eingelegt werden, damit die Gase wieder abgebaut werden. Da sich Helium beim Sättigen und Entsättigen anders verhält als Stickstoff, müssen komplexe Dekompressionsvorgaben berechnet werden. Beim Auftauchen werden Gemische mit höheren Sauerstoffanteil verwendet, die jeweils für bestimmte Tiefen optimiert sind.
Beim Technischen Tauchen ist es zwingend erforderlich, einen Trockentauchanzug sowie eine Haube zu tragen. Das Edelgas Helium weist eine hohe Wärmeleitfähigkeit auf, wodurch es schnell zu einer Auskühlung kommen kann. Der Trockentauchanzug muss besonders gut wärmeisoliert werden und wird deshalb mit dem Gas Argon gefüllt, das eine geringe Wärmeleitfähigkeit hat.
Die folgenden Animationen basieren auf Erzählungen, Beschreibungen, Karten und Berichten. Sie stellen den Unfallverlauf und die Umstände möglichst realistisch dar, sind jedoch keine exakte Wiedergabe der tatsächlichen Ereignisse.
Tauchplan
Tauchrealität
Stickstoffnarkose
Yuri tauchte in extreme Tiefen ab und geriet so unter die Wirkung der Stickstoff-narkose, auch als der Tiefen-rausch bekannt.
Sauerstoffvergiftung
Zusätzlich litt Yuri an einer Sauerstoffvergiftung, da er mit normaler Pressluft tauchte und die zulässige Tauchtiefe für sein Gasgemisch überschritt.
Ausrüstug & Tarierung
Zudem hatte Yuri während seines Tauchgangs Probleme mit seiner Ausrüstung und somit auch mit seiner Tarierung.
Igor stieg von 130 m ohne Stopp zur Oberfläche auf und erkrankte an der Dekompressionskrankheit (DCS), auch die Taucherkrankheit genannt. Die Erkrankung tritt auf, wenn man zu schnell aus einer Umgebung mit hohen Druck an die Oberfläche zurückkehrt. Durch den schnellen Druckabfall kommt es zur Aufsättigung der im Körpergewebe gelösten Gase. Es entstehen Blasen, die Blutgefäße verstopfen. Bei einer Erkrankung ist eine Behandlung in einer Druckkammer für die Rekommpression erforderlich. Der Transport zur Kammer muss so schnell wie möglich erfolgen. Bis zur Behandlung soll reiner Sauerstoff geatmet werden.
Beim Technischen Tauchen in hohen Tiefen ist es von größter Bedeutung, während des Aufstiegs mehrere Pausen einzulegen. Angesichts der enormen Tiefe, in der Igor sich befand, war der plötzliche Aufstieg zur Oberfläche ein verhängnisvoller Fehler. Die Gase, die im Körpergewebe gelöst waren, dehnten sich aufgrund des raschen Druckabfalls aus und verstopften seine Blutgefäße, was zu unerträglichen Schmerzen führte und ihn zum Schreien brachte.